{"id":521,"date":"2014-03-20T16:09:06","date_gmt":"2014-03-20T14:09:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.jftweb.de\/?page_id=521"},"modified":"2014-12-28T18:28:59","modified_gmt":"2014-12-28T16:28:59","slug":"presse3","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/walter-erpf.de\/?page_id=521","title":{"rendered":"Pressestimmen"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-521\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-521-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-521-0-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-521-0-0-0\" class=\"so-panel widget widget_text panel-first-child panel-last-child\" data-index=\"0\" ><h3 class=\"widget-title\">Aus Tucholskys Plattenschrank<\/h3>\t\t\t<div class=\"textwidget\"><p>\"Das ist f\u00fcrwahr ganz wunderbar\"<\/p>\n<p>Kleinodien und Kritiken aus Tucholskys Plattenschrank lassen die Jazzer der Drei\u00dfigerjahre aufleben<\/p>\n<p>Als Karl Valentin vor fast 80 Jahren in dem Kurzfilm \u201eIm Schallplattenladen\" nach einer Sanit\u00e4tskolonnenplatte fragte, weil ihm der Titel des Liedes \u201eSeemannslos\" nicht mehr einfiel, h\u00e4tte ihm wohl nur sein Zeitgenosse Kurt Tucholsky weiterhelfen k\u00f6nnen. Der war n\u00e4mlich nicht nur passionierter Schallplattensammler, sondern ver\u00f6ffentlichte auch gelegentlich Kritiken zu seinen Lieblingsst\u00fccken. Er war einer der ersten, die sich literarisch mit dem Klangerlebnis auseinandersetzten. Vor seinem mitunter gnadenlosen, erheiternden, stets ernst-humoristischen Urteil war niemand sicher: die Jazzqueen Sophie Tucker ebenso wenig wie der \u201efl\u00fcsternde Bariton\" Jack Smith oder die Berliner G\u00f6re Claire Waldoff, die es ihm besonders angetan hatte.<\/p>\n<p>Unter dem Pseudonym Peter Panter und Theobald Tiger schrieb Tucholsky f\u00fcr den Simplicissimus, die Vossische Zeitung und die Schaub\u00fchne, die von 1905 an als Wochenzeitschrift f\u00fcr Politik, Wirtschaft und Kultur erschien und 1913 in Weltb\u00fchne umbenannt wurde. Diese literarischen Kleinodien des Journalisten und Schriftstellers Tucholsky sind heute nahezu in Vergessenheit geraten - und leider hat sich ihr Stil nicht in die Gegenwart hin\u00fcberretten lassen. Wo Kritiker oft knappe Kaufempfehlungen, kurze Performancebeurteilungen oder schliche Informationen \u00fcber diesen oder jenen Musiker abgeben, steht bei Tucholsky noch das ausgiebige Philosophieren \u00fcber die Eigenheiten des Interpreten, \u00fcber musikalische Finessen und gesangliche Entgleisungen im Vordergrund, das er mit ausschweifenden Assoziationen garnierte. \u2028\u2028<\/p>\n<p>Einer, der f\u00fcr diese Form der ausgesprochen unterhaltsamen Musikrezension besondere Sympathien aufbringen kann, ist der Kraillinger Musiker Walter Erpf. Seine stolze Schelllackplattensammlung umfasst 3500 Exemplare, davon 22 aus Tucholskys Favoriten-Bestand. Anl\u00e4sslich eines charmanten, ganz im Flair der Zwanziger- und Drei\u00dfigerjahre gehaltenen literarisch-musikalischen Abends, legte Erpf am vergangenen Freitag im Olchinger Kom eine exzellente Auswahl an Lieblingsst\u00fccken des Publizisten auf - nat\u00fcrlich stilecht auf einem Original-Grammophon aus den Drei\u00dfigerjahren.\u2028\u2028<\/p>\n<p>Der Schauspieler und Sprecher Sebastian Hofm\u00fcller las begleitend ausgew\u00e4hlte Texte Tucholskys, die in der Weltb\u00fchne oder der Vossischen Zeitung erschienen waren. Als \u201eKost\u00fcmball der Erinnerungen\" bezeichnete Tucholsky dort das Gef\u00fchl beim H\u00f6ren einer Platte. \u201eMiss Annabelle Lee\" von Jack Smith, dem \u201eOberfl\u00fcsterer\" und seinem \u201efl\u00fcsternden Orchester\", \u00a0versetzten ihn geradezu in Entz\u00fccken. Wagner dagegen sollte man sich - wenn \u00fcberhaupt - nur noch in Form der \u201eColumbia Nummer 14002\" zu Gem\u00fcte f\u00fchren, da erkl\u00e4nge der \u201eholde Abendstern\" n\u00e4mlich als Jazzinterpretation. Gleichsam hatten es ihm die \u201eRevelers\" angetan, die Chanson- und Operettens\u00e4ngerin Trude Hesterberg und der Schauspieler Paul Graetz, der unter anderem von Tucholsky verfasste Lieder vortrug.<\/p>\n<p>Nostalgie kam bei der Veranstaltung in der Olchinger Kulturwerkstatt in allen Bereichen auf. Nicht nur die liebevolle B\u00fchnenausstattung, bestehend aus Drei\u00dfigerjahre-Interieur, sondern auch das Rauschen des alten Plattenspielers und Claire Waldoffs unvergleichliches \u201eHermann hee\u00dft er\" entf\u00fchrten die Zuh\u00f6rer f\u00fcr kurze Zeit in eine l\u00e4ngst vergangene Welt.<br \/>\nUm es mit Tucholsky zu sagen: \"Das ist f\u00fcrwahr ganz wunderbar\".\u2028<\/p>\n<p>\u2028Julia Berghofer (S\u00fcddeutsche Zeitung vom 19.\u00a0M\u00e4rz 2013)<\/p>\n<\/div>\n\t\t<\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Das ist f\u00fcrwahr ganz wunderbar&#8220; Kleinodien und Kritiken aus Tucholskys Plattenschrank lassen die Jazzer der Drei\u00dfigerjahre aufleben Als Karl Valentin vor fast 80 Jahren in dem Kurzfilm \u201eIm Schallplattenladen&#8220; nach einer Sanit\u00e4tskolonnenplatte fragte, weil ihm der Titel des Liedes \u201eSeemannslos&#8220; nicht mehr einfiel, h\u00e4tte ihm wohl nur sein Zeitgenosse Kurt Tucholsky weiterhelfen k\u00f6nnen. 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