{"id":216,"date":"2014-02-26T13:31:08","date_gmt":"2014-02-26T11:31:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.jftweb.de\/?page_id=216"},"modified":"2014-12-22T19:24:37","modified_gmt":"2014-12-22T17:24:37","slug":"willkommen","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/walter-erpf.de\/?page_id=216","title":{"rendered":"Presseberichte"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-216\"  class=\"panel-layout\" ><div id=\"pg-216-0\"  class=\"panel-grid panel-no-style\" ><div id=\"pgc-216-0-0\"  class=\"panel-grid-cell\" ><div id=\"panel-216-0-0-0\" class=\"so-panel widget widget_text panel-first-child\" data-index=\"0\" ><h3 class=\"widget-title\">Vorank\u00fcndigung Podiumsgespr\u00e4ch und Ausstellung im Bosco, Gauting 2011<\/h3>\t\t\t<div class=\"textwidget\">Bosco Magazin<\/div>\n\t\t<\/div><div id=\"panel-216-0-0-1\" class=\"so-panel widget widget_siteorigin-panels-image\" data-index=\"1\" ><a href=\"LRR-Prinzregententheater-08-e1395081067941.jpg\"><img src=\"http:\/\/LRR-Prinzregententheater-08-e1395081067941.jpg\" \/><\/a><\/div><div id=\"panel-216-0-0-2\" class=\"so-panel widget widget_text panel-last-child\" data-index=\"2\" >\t\t\t<div class=\"textwidget\">(Titel)\n<br>\n<span style=\"font-size:1.4em\">\nMit Schwung dreht Walter Erpf an der Kurbel des gro\u00dfen h\u00f6lzernen Kastens. Dann setzt er behutsam die Nadel auf der Rille auf - und schon beginnt das alte Grammophon den Ohrwurm zu spielen: \u201eAusgerechnet Bananen, Bananen verlangt sie von mir...!\u201c \u00dcber Erpfs Gesicht huscht ein zufriedenes L\u00e4cheln. Nach zweieinhalb Minuten ist das Lied aus. Wollte man jetzt einen neuen Titel h\u00f6ren, m\u00fcsste man nicht nur die Platte umdrehen, sondern auch eine neue Nadel einsetzen. Details, die nur der Sammler \u00fcber die Schellackplatte wei\u00df.<br>\n<br>\nWalter Erpf ist einer der versiertesten Kenner der Unterhaltungsmusik der 1920er und 1930er Jahre. Seit 25 Jahren sammelt er alles, was damit zu tun hat \u2013 von der Musik, Postkarten und Werbeannoncen von damals bis zu Herrenzylindern und Damenf\u00e4chern, alten Parfumflaschen oder verzierten Tanzkarten, auf denen die Ballbesucherin ihre Tanzpartner des Abend eintrug. Mehr als 20 Grammophone sind in seinem Besitz, dazu \u00fcber 3500 Schellackplatten. 12.000 originale Orchesterarrangements sind dabei, vom Tango bis zum Shimmy. Es geh\u00f6ren 2.500 Notentitelbl\u00e4tter dazu mit wundersch\u00f6nen Illustrationen, die ein Spiegelbild des Zeitgeists von damals sind. Erpf zeigt den Druck  von \u201eO Donna Clara\u201c: vor rotem Hintergrund mit Palmen spielt eine schlanke exotische T\u00e4nzerin mit ihrem F\u00e4cher und schaut verf\u00fchrerisch \u00fcber ihre Schulter. <br>\n<br>\nWalter Erpf, Musiker und Klavierlehrer aus Krailling liebt diese Unterhaltungsmusik der 20er Jahre. Nach der pr\u00fcden wilhelminischen Epoche waren neue Zeiten angebrochen. \u201eDie Texte sind voller Wortspielereien, dazu witzig und selbstironisch\u201c, sagt er. Bis heute kommen sie beim Publikum gut an. Kein Wunder, dass Max Raabe vor ausverkauften Konzerthallen singt. Schon Vater Erpf hatte die Comedian Harmonists der Familie vorgespielt. \u201eDie haben ja zun\u00e4chst recht bescheiden angefangen, sie traten als Pausenf\u00fcller im Theater auf\u201c, wei\u00df Walter Erpf.<br>\n<br>\nWenn es in den gro\u00dfen Ferien mit dem Auto zum Urlaubsort ging, dann hatte der Papa seine \u201eBodensee-Tonb\u00e4nder\u201c dabei. \u201eWenn wir auf der Fahrt den 'Kleinen gr\u00fcnen Kaktus' h\u00f6rten, zum Fenster raussahen und wir noch nicht in Lindau waren, dann wusste ich, dass wir sp\u00e4ter dran waren als sonst\u201c, erz\u00e4hlt Erpf schmunzelnd. Er selbst gr\u00fcndete im Alter von 25 Jahren sein eigenes Salonorchester \u201eLa Rose Rouge\u201c, mit dem er zusammen mit seiner Frau und weiteren Musikern die Titel von damals spielt. Erpf h\u00e4lt auch Vortr\u00e4ge \u00fcber diese Zeit und spielt dazu die Schellackplatten auf dem Grammophon. 2011 hat er eine vielbeachtete Ausstellung im Gautinger \u201eBosco\u201c initiiert.<br>\n<br>\nDenn was da so heiter klingt, hat eine dunkle Seite. Von \u201eWas machst du mit dem Knie lieber Hans\u201c bis \u201eIch hab mein Herz in Heidelberg verloren\u201c: die unbeschwerte Fr\u00f6hlichkeit der Lieder steht in krassem Gegensatz zum Schicksal ihrer Verfasser.  Darauf stie\u00df Walter Erpf vor einigen Jahren, als er bei einem Konzert als Conferencier etwas zu jedem St\u00fcck erz\u00e4hlen sollte. Hinterher war er v\u00f6llig fassungslos. \u201eEigentlich h\u00e4tte ich bei fast jedem Titel sagen m\u00fcssen, dass entweder der Komponist, der Texter oder der Interpret von den Nazis verfolgt oder umgebracht wurde.\u201c Er recherchierte weiter und trug Biografien j\u00fcdischer K\u00fcnstler zusammen, die betroffen machen. <br>\n<br>\nWie die von Fritz L\u00f6hner-Beda etwa. Er war der Komponist von Schlagern, die um die Welt gingen,  \u201eO Donna Clara\u201c und \u201eAusgerechnet Bananen\u201c z\u00e4hlen dazu. Sein Ruhm verschonte ihn nicht, er wurde sofort nach dem Anschluss \u00d6sterreichs 1938 verhaftet und \u00fcber Dachau und Buchenwald nach Auschwitz verschleppt, wo er 1942 ermordet wurde. Hermann Leopoldi war einer der beliebtesten Unterhaltungsmusiker. Er wurde von den Nazis verfolgt und ins KZ Dachau und sp\u00e4ter nach Buchenwald deportiert, hatte aber das Gl\u00fcck, dass ihn seine Familie freikaufen konnte. Er konnte emigrieren. F\u00fcr Paul O'Montis gab es diesen Ausweg nicht. Die Nazis verfolgten ihn als Jude und wegen seiner Homosexualit\u00e4t. Der umjubelte S\u00e4nger (\u201eWochenend und Sonnenschein\u201c) bekam Auftrittsverbot, wurde 1939 verhaftet und erh\u00e4ngte sich im KZ Sachsenhausen.<br>\n<br>\nImmer noch treibt Walter Erpf seine Leidenschaft zu Sammeln um. Im Keller seines Hauses hat er seine Sch\u00e4tze gehortet, in Regalen und H\u00e4ngeregistern fein s\u00e4uberlich archiviert. Sogar die Sauna des Hauses steht mit Kartons voll. Der Musiklehrer bedauert, dass es zunehmend schwieriger geworden ist, interessante Sachen zu finden. Gerade die sch\u00f6nen Notentitelbl\u00e4tter seien kaum mehr zu finden, denn die Papierdrucke zerfleddern leicht.  \u201eWenn man dann doch mal an einen privaten Nachlass kommt, ist das ein gro\u00dfes Gl\u00fcck.\u201c Manche seltenen Schellackplatten kosten auch eine Stange Geld, bis zu 800 Euro. Ja, Walter Erpf hat in sein Hobby schon einiges an Geld gesteckt. \u201eWahrscheinlich h\u00e4tte ich mir schon l\u00e4ngst einen Porsche daf\u00fcr kaufen k\u00f6nnen\u201c, schmunzelt er. <br>\n<br>\nAber wer will schon einen Porsche, wenn er so eine einzigartige Sammlung sein eigen nennt.<br>\n<br>\nsu\n<\/span>\n<\/div>\n\t\t<\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bosco Magazin (Titel) Mit Schwung dreht Walter Erpf an der Kurbel des gro\u00dfen h\u00f6lzernen Kastens. Dann setzt er behutsam die Nadel auf der Rille auf &#8211; und schon beginnt das alte Grammophon den Ohrwurm zu spielen: \u201eAusgerechnet Bananen, Bananen verlangt sie von mir&#8230;!\u201c \u00dcber Erpfs Gesicht huscht ein zufriedenes L\u00e4cheln. 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